Ukraine

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Ukraine
Uk|ra|i|ne [auch: ‚Ķ'kraŐģi‚Ķ ], die; -:
Staat im S√ľdwesten Osteuropas.

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Ukraine,
 
 
 
Fläche: 603 700 km2
 
Einwohner: (1999) 49,81 Mio.
 
 
Amtssprache: Ukrainisch
 
 
Währung: 1 Hrywnja = 100 Kopijki
 
Zeitzone: 1300 Kiew = 1200 MEZ
 
ukrainisch Ukra√Įna, amtlich Respublika Ukra√Įna, deutsch Republik Ukraine, Staat im S√ľdwesten Osteuropas, mit einer Fl√§che von 603 700 km2, etwa so gro√ü wie Frankreich, Belgien und die Niederlande zusammen, die drittgr√∂√üte GUS-Republik und der zweitgr√∂√üte Staat Europas, (1999) 49,811 Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Kiew. Das Land grenzt im Westen an die Slowakische Republik und Polen, im Nordwesten an Wei√ürussland, im Nordosten und Osten an Russland, im S√ľden an das Asowsche und Schwarze Meer und im S√ľdwesten an Rum√§nien, Moldawien und Ungarn. Amtssprache ist Ukrainisch, in Gebieten mit geschlossenen russischen Siedlungsr√§umen auch Russisch. W√§hrung: 1 Hrywnja = 100 Kopijki. Zeitzone: OEZ (1300 Kiew = 1200 MEZ).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 28. 6. 1996 (2000 revidiert) ist die Ukraine eine Republik mit pr√§sidial-parlamentarischem Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der auf f√ľnf Jahre direkt gew√§hlte Pr√§sident. F√ľr die Wahl ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von mindestens 50 % erforderlich. Wird diese Mehrheit im ersten Wahlgang nicht erreicht, findet eine Stichwahl zwischen den beiden erfolgreichsten Bewerbern statt. W√§hlbarkeitsvoraussetzungen sind ein st√§ndiger Aufenthalt im Land von zehn Jahren und die Beherrschung der ukrainischen Sprache. Der Pr√§sident verf√ľgt - namentlich in der Sicherheits- und Au√üenpolitik - √ľber betr√§chtliche Befugnisse. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte, Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates und Inhaber wesentlicher Notstandsbefugnisse. Er verf√ľgt √ľber das Recht zur Gesetzesinitiative und kann gegen Gesetzesbeschl√ľsse sein Veto einlegen, das nur mit einer Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten zu √ľberwinden ist. Die Akte des Pr√§sidenten (z. B. seine Durchf√ľhrungsverordnungen) bed√ľrfen nur in besonderen F√§llen einer Gegenzeichnung. Der Pr√§sident kann im Ergebnis eines parlamentarischen Anklageverfahrens wegen schwerer Straftaten seines Amtes enthoben werden. Nach Einholung von Gutachten des Verfassungs- und des Obersten Gerichts entscheidet hier√ľber das Parlament mit Dreiviertelmehrheit. Die Regierung unter Vorsitz des Premierministers ist zugleich dem Pr√§sidenten und dem Parlament verantwortlich. Der Regierungschef und die Minister werden vom Pr√§sidenten ernannt, doch bedarf dies - wie auch das Regierungsprogramm - der Zustimmung des Parlaments. W√§hrend der Pr√§sident das Kabinett jederzeit entlassen kann, hat ein mit absoluter Mehrheit zu beschlie√üendes parlamentarisches Misstrauensvotum zwar das R√ľcktrittsgesuch der Regierung zur Folge, doch muss der Pr√§sident den R√ľcktritt nicht annehmen. Die Legislative liegt beim Obersten Rat (Werchowna Rada; Legislaturperiode von vier Jahren). Gem√§√ü Wahlgesetz vom 24. 9. 1997 werden die 450 Abgeordneten je zur H√§lfte in relativer Mehrheitswahl in Einzelwahlkreisen beziehungsweise in Verh√§ltniswahl nach landesweiten Listen (Sperrklausel von 4 %) gew√§hlt (Wahlrecht ab dem 18. Lebensjahr). Die Verfassungs√§nderung sieht die Verringerung der Abgeordnetenzahl und die Schaffung eines Zweikammerparlaments vor. - Hauptaufgabe des seit Anfang 1997 bestehenden Verfassungsgerichts (18 Richter, je zu einem Drittel vom Pr√§sidenten, dem Parlament und dem Richterkongress f√ľr neun Jahre bestellt) ist die Normenkontrolle; eine Verfassungsbeschwerde ist unbekannt.
 
Parteien:
 
Zum vielschichtigen, instabilen Parteiensystem geh√∂ren u. a. die Kommunisten der Ukraine f√ľr soziale Gerechtigkeit und Volksmacht (gegr√ľndet 1993 als Nachfolgeorganisation der KP der Ukraine), die Sozialistische Partei der Ukraine (SPU; eine der Nachfolgeorganisationen der KP, gegr√ľndet 1991), die Bauernpartei der Ukraine (gegr√ľndet 1990), die Volks-Ruch der Ukraine (NRU; gegr√ľndet 1989 als Volksbewegung), die Ukrainische Volks-Ruch (UNR; gegr√ľndet 1999), die Demokratische Volkspartei (VDP; gegr√ľndet 1996), die Demokratische Union (gegr√ľndet 1999), die Vereinigte Sozialdemokrat. Partei der U. (VSDPU; gegr. 1995), die Gr√ľne Partei (gegr√ľndet 1990) und die Bewegungen ¬ĽHromada¬ę (¬ĽGemeinschaft¬ę) und ¬ĽBatkiwschina¬ę (¬ĽVaterland¬ę). Eine wichtige Rolle spielen die Wahlbl√∂cke ¬ĽUnsere Ukraine¬ę und ¬ĽF√ľr eine geeinte Ukraine¬ę.
 
 
Seit 1990/91 entwickelt sich eine pluralistische Gewerkschaftsbewegung. Gr√∂√üter Dachverband ist die Ukrainische Gewerkschaftsf√∂deration (entstanden 1990 als Nachfolgeorganisation Ukraine der fr√ľheren staatlichen Gewerkschaften in der Ukraine), der 42 Einzelgewerkschaften und 26 regionale Gewerkschaftsverb√§nde angeh√∂ren. Daneben existieren die Nationale Gewerkschaftskonf√∂deration sowie berufsorientierte Verb√§nde wie die gut organisierte Unabh√§ngige Gewerkschaft der Bergarbeiter.
 
 
In Blau ein goldener Dreizack. Es ist abgeleitet von dem Emblem der Gro√üf√ľrsten von Kiew, besonders Wladimirs des Heiligen (978-1015), und wurde erstmals 1918 verwendet.
 
Nationalfeiertage:
 
24. 8., zur Erinnerung an die Erklärung der Unabhängigkeit 1991.
 
 
Auf regionaler Ebene gliedert sich die Ukraine in die autonome Republik Krim, 24 Gebiete (Oblast) sowie die republiksunmittelbaren St√§dte Kiew und Sewastopol. Die lokale Verwaltungsebene besteht aus 479 Landkreisen (Rayon) mit rd. 10 200 Gemeinden (St√§dte, Siedlungen, D√∂rfer), 143 kreisfreien St√§dten sowie den Bezirken der beiden republiksunmittelbaren St√§dte. Seit den Verwaltungsreformen von 1990 und 1992 wird zwischen √∂rtlicher Selbst- und Staatsverwaltung unterschieden. Die endg√ľltigen Rechtsgrundlagen der √∂rtlichen Selbstverwaltung wurden mit dem Gesetz vom 21. 5. 1997 geschaffen und mit den Kommunalwahlen 1998 in die Tat umgesetzt. Beschlussorgan in den Gemeinden ist der auf vier Jahre direkt gew√§hlte Rat; er bestellt den Vollzugsausschuss. Die Gebiete und Landkreise sind prim√§r staatliche Verwaltungseinheiten, deren Chefs vom Staatspr√§sidenten auf Vorschlag der Regierung ernannt und entlassen werden. Allerdings bestehen auch hier Selbstverwaltungsorgane in Gestalt von volksgew√§hlten R√§ten mit Beschlusskompetenzen. Eine Sonderstellung genie√üt die mehrheitlich von Russen bewohnte Krim, die Anfang 1991 den Status einer autonomen Republik erhalten hat. Der Umfang ihrer Territorialautonomie und ihre Staatsorganisation waren allerdings bis zum Krimgesetz vom 17. 3. 1995 umstritten. Nach der neuen ukrainischen Verfassung (Art. 134-139) verf√ľgt die Krim √ľber eine eigene Legislative (Oberster Rat) und Exekutive (Ministerrat), w√§hrend die Judikative bei der Ukraine liegt. Der Vorsitzende des Ministerrats wird nach Abstimmung mit dem ukrainischen Pr√§sidenten vom Regionalparlament bestellt und entlassen.
 
 
Die ordentliche Gerichtsbarkeit ist f√ľr Zivil-, Straf- und Verwaltungsrechtssachen zust√§ndig und dreistufig gegliedert in Gerichte der lokalen und der regionalen Gebietseinheiten sowie das Oberste Gericht. Auf der kommunalen Ebene soll das Amt des Friedensrichters f√ľr Bagatellsachen neu eingerichtet werden. Daneben besteht f√ľr wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten zwischen Unternehmen aller Eigentumsformen eine zweistufige Arbitragegerichtsbarkeit; sie soll umgestaltet und in regionale Wirtschaftsgerichte und das Wirtschaftsobergericht gegliedert werden. Die Staatsanwaltschaft ist nicht nur f√ľr die Strafverfolgung zust√§ndig, sondern √ľbt eine umfassende Rechtsaufsicht √ľber alle Verwaltungs- und Wirtschaftsbereiche aus.
 
 
Die Wehrpflichtarmee hat eine Gesamtst√§rke von rd. 300 000 Mann. Die Dienstzeit betr√§gt bei Heer und Luftwaffe 18, bei der Marine 24 Monate; Wehrpflichtige mit h√∂herem Bildungsabschluss dienen nur 12, bei der Marine 18 Monate. An paramilit√§rischen Einheiten verf√ľgt die Ukraine √ľber rd. 100 000 Mann (Innere Truppen, Grenztruppen, Nationalgarde). Das Heer (etwa 200 000 Mann) ist in zwei operative Kommandobereiche mit insgesamt sieben Armeekorps gegliedert. Die Luftwaffe hat etwa 60 000 Mann. Die Marine (rd. 40 000 Mann) befindet sich im Umbruch, nachdem sich Russland und die Ukraine 1997 nach jahrelangen Verhandlungen √ľber die Aufteilung der Schwarzmeerflotte geeinigt hatten. Die Ausr√ľstung besteht im Wesentlichen aus etwa 4 000 Kampfpanzern, 900 Kampfflugzeugen, zwei U-Booten und acht Fregatten. - 1994 unterzeichneten die Ukraine, Russland und die USA ein Abkommen √ľber den Abbau und die Vernichtung der ukrainischen Atomwaffen, das bis Juni 1996 erf√ľllt wurde. Der ¬ĽPartnerschaft f√ľr den Frieden¬ę der NATO trat die Ukraine 1994 bei; 1997 unterzeichneten NATO und Ukraine die ¬ĽCharta √ľber eine ausgepr√§gte Partnerschaft¬ę und vereinbarten die Zusammenarbeit zur Konfliktverh√ľtung, Abr√ľstung und der Kontrolle von Waffenexporten.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Die Ukraine liegt √ľberwiegend im S√ľdwesten der glazial √ľberformten Osteurop√§ischen Ebene, die von zahlreichen Fl√ľssen, besonders vom Dnjepr mit seinen Nebenfl√ľssen Pripjet und Desna, vom S√ľdlichen Bug und Dnjestr, im Westen von San und Westlichem Bug und im √§u√üersten S√ľdwesten an der Grenze zu Rum√§nien von der Donau durchzogen wird; dieser Bereich ist mit Ausnahme eines Gebietsstreifens im Norden weithin von L√∂ss bedeckt, der Untergrund wird im Allgemeinen vom Ukrainischen Massiv gebildet. Ausgedehnte Niederungen befinden sich im Norden (Polesien), im zentralen Landesteil (Dnjeprniederung) und im S√ľden entlang der Schwarzmeerk√ľste; die Schwarzmeerniederung greift auf den Norden der Halbinsel Krim √ľber. Charakteristisch sind durchschnittlich 200-400 m √ľber dem Meeresspiegel aufsteigende Platten, so im Westen die Wolhynisch-Podolische Platte, an die sich s√ľdlich des Dnjestr die waldreiche Nordbukowina und der kleine ukrainische Teil Bessarabiens sowie √∂stlich zwischen S√ľdlichem Bug und Dnjepr die Dnjeprplatte anschlie√üen. Von Ausl√§ufern der Mittelrussischen Platte wird der Nordosten des Landes eingenommen. √Ėstlich des gro√üen Dnjeprbogens erstreckt sich der Donezr√ľcken, der im S√ľdwesten in die Asowsche Platte √ľbergeht. Die Osth√§nge der Platten fallen steil zu den Flussniederungen ab und sind besonders am Dnjepr durch Balki und Owragi (Owrag) stark zerschnitten. Im √§u√üersten Westen der Ukraine liegen die Waldkarpaten (Gowerla, ukrainisch Howerla; 2 061 m √ľber dem Meeresspiegel ), deren S√ľdabdachung bis zur Thei√ü die Karpato-Ukraine bildet; n√∂rdlich davon reicht Galizien in die Ukraine. Die Waldkarpaten sind wie das Krimgebirge (bis 1 545 m √ľber dem Meeresspiegel) Teil der alpidischen Faltengebirgszone.
 
 
Die Ukraine liegt in der warmgem√§√üigten, die S√ľdk√ľste der Krim in der feuchtsubtropischen Klimazone. Charakteristisch ist eine zunehmende Kontinentalit√§t von Nordwesten nach S√ľdosten, wobei entsprechend die Sommer hei√üer, die Winter k√§lter und die j√§hrlichen Niederschlagsmengen geringer werden. Allgemein sind die Winter (mittlere Januartemperatur zwischen ‚ÄĒ7 ¬ļC und ‚ÄĒ8 ¬ļC im Nordosten und 2-4 ¬ļC an der S√ľdk√ľste der Krim) relativ kurz und schneearm, die Sommer (mittlere Julitemperatur zwischen 18 ¬ļC und 19 ¬ļC im Nordwesten und 23-24 ¬ļC im S√ľdosten und an der S√ľdk√ľste der Krim) warm, in der s√ľdlichen Steppenzone hei√ü und trocken, wobei Trockenperioden von drei Monaten und mehr, gelegentlich mit hei√üen Staubst√ľrmen (Suchowej) verbunden, keine Seltenheit sind. Das Jahresniederschlagsmittel erreicht in den Ebenen 700 mm im Nordwesten und 300 mm im S√ľden, im Krimgebirge 1 000-1 200 mm, in den Waldkarpaten 1 200-1 600 mm. Die Hauptmenge des Niederschlags f√§llt im Fr√ľhjahr und Sommer.
 
 
Der Nordteil liegt in der Mischwald-, der mittlere und s√ľdliche Teil in der Waldsteppen- und d√ľrregef√§hrdeten Steppenzone, die jedoch wegen der fruchtbaren Schwarzerdeb√∂den weitgehend in Ackerland umgewandelt wurden. Die urspr√ľnglich reichhaltige Steppenflora und -fauna ist nur noch in den Naturschutzgebieten (Askanija-Nowa) anzutreffen. Waldbedeckte Fl√§chen, besonders in den Gebirgen und im sumpf- und seenreichen Polesien, umfassen etwa ein Achtel der Landesfl√§che.
 
In den industriellen Ballungsgebieten bestehen gro√üe √∂kologische Probleme, v. a. durch die hohen Schwefeloxid-Emissionen. Eine erhebliche Gefahr f√ľr die Menschen sind weiterhin die Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl. Mehr als 4 % der Landesfl√§che sind, v. a. durch das Radionuklid C√§sium 137, langfristig kontaminiert.
 
 
Von der Bev√∂lkerung waren 1989 72,7 % Ukrainer und 22,1 % Russen, die im 19. Jahrhundert, verst√§rkt aber unter der Sowjetherrschaft zuwanderten und heute besonders auf der Krim, im stark industrialisierten √∂stlichen Landesteil und in den zentralukrainischen St√§dten wohnen. Daneben gibt es mehrere kleinere Nationalit√§ten, davon je 0,9 % Juden und Wei√ürussen, 0,6 % Moldawier, 0,5 % Bulgaren, 0,4 % Polen (besonders in den ehemals zu Polen geh√∂renden Gebieten der Westukraine), je 0,3 % Ungarn sowie Tataren beziehungsweise Krimtataren, 0,2 % Griechen, 0,1 % Deutsche (1941: 350 000, gesch√§tzt 1998: 40 000 bis 100 000) sowie 1,0 % Angeh√∂rige anderer Nationalit√§ten. Das Bev√∂lkerungswachstum ist seit Beginn der 1990er-Jahre r√ľckl√§ufig; das nat√ľrliche Bev√∂lkerungswachstum lag 1990-98 bei ‚ÄĒ0,4 % pro Jahr (1997: ‚ÄĒ0,7 %). 1997 waren von der Bev√∂lkerung 19 % bis 14 Jahre, 67 % 15-64 Jahre und 14 % 65 Jahre alt und √§lter. 1940-98 erh√∂hte sich der Anteil der Stadtbev√∂lkerung von 34 % auf 72 %. Mit 83 Einwohnern je km2 geh√∂rt die Ukraine zu den st√§rker besiedelten Staaten Europas. Am dichtesten bev√∂lkert (√ľber 300 Einwohner je km2) sind das Donez-Steinkohlenbecken, gefolgt vom Karpatenvorland, der Dnjepr-Industrieregion und dem Kiewer Umland; d√ľnn besiedelt (um 20 Einwohner je km2) sind Polesien, das √∂stliche Schwarzmeertiefland, die Nordkrim und die Waldkarpaten. Von den (1996) etwa 23 Mio. Arbeitskr√§ften waren 33 % in der Industrie und im Bauwesen, 21 % in der Land- und Forstwirtschaft, 16 % im Gesundheits-, Erziehungswesen und im kulturellen Sektor, je 7 % im Handels- sowie Verkehrs- und Kommunikationsbereich und 16 % in anderen Sektoren t√§tig.
 
 
Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit. Grundlage der Religionspolitik ist das ¬ĽGesetz √ľber die Gewissensfreiheit und religi√∂sen Organisationen¬ę (1991 in Kraft gesetzt). Es verpflichtet den Staat zu religi√∂ser Neutralit√§t und Parit√§t, bestimmt die Trennung von Staat und Kirche und verf√ľgt gegen√ľber den Religionsgemeinschaften die Registrierungspflicht. Verantwortlich f√ľr die Regelung der Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften ist der der Regierung beigeordnete ¬ĽRat f√ľr religi√∂se Angelegenheiten¬ę. - Nach kirchlichen Angaben sowie nach Sch√§tzungen geh√∂ren etwa 65 % der Bev√∂lkerung christlichen Kirchen an beziehungsweise f√ľhlen sich diesen verbunden: √ľber 50 % den drei (infolge von Kirchenspaltungen entstandenen) ukrainischen orthodoxen Kirchen, rd. 11 % (v. a. in der Westukraine) der katholischen Kirche, √ľber 3 % protestantischen Kirchen (neben Baptisten und Pfingstlern v. a. Reformierte, Adventisten und Lutheraner), rd. 0,8 % der Kirche der priesterlichen Altgl√§ubigen (Popowzy), eine geringe Zahl der armenischen Kirche. Von den katholischen Christen geh√∂ren rd. 82 % der ukrainisch-katholischen Kirche und rd. 5 % der ruthenischen Kirche an; rd. 13 % (v. a. Polen) folgen dem lateinischen Ritus. Die Mehrheit der ungarischen Bev√∂lkerungsgruppe geh√∂rt der ¬ĽReformierten Kirche in der Karpato-Ukraine¬ę (Sitz der Kirchenleitung in Mukatschewo; rd. 120 000 Mitglieder) an. Die ukrainische Regionalkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten umfasst √ľber 40 Gemeinden. - Die j√ľdische Gemeinschaft z√§hlte 1995 rd. 446 000 Mitglieder (Anfang des 20. Jahrhunderts √ľber 1,9 Mio.), hat jedoch seither infolge Auswanderung stark abgenommen. - Die kleine islamische Gemeinschaft wird √ľberwiegend von den Krimtataren gebildet und untersteht geistlich einem Mufti mit Sitz in Kiew. - In der s√ľdlichen Ukraine lebt eine geringe Anzahl Kar√§er. (ukrainische Kirchen)
 
 
Es besteht eine elfj√§hrige Schulpflicht vom 6. bis 17. Lebensjahr. Die Anfangsschule umfasst die Klassen 1-3. Die allgemein bildende Mittelschule umfasst die Klassen 4-9 (unvollendete Mittelschule) und die Klassen 10-11 (vollendete Mittelschule), die zur Hochschulreife f√ľhrt (allerdings veranstalten Hochschulen und Universit√§ten ihrerseits Aufnahmepr√ľfungen), ebenso das seit j√ľngster Zeit wieder er√∂ffnete Gymnasium (¬ĽLizej¬ę, Lyzeum) und die zwei- bis dreij√§hrige Fachschule, die geeignete Sch√ľler (Aufnahmepr√ľfung nach der neunten Klasse der Mittelschule) aufnimmt. Sie bietet neben der Hochschulreife berufliche Abschl√ľsse. Nach der neunten Klasse ist auch der √úbergang in beruflich-technische Schulen m√∂glich (1-3 Jahre); wer an ihnen eine Berufsausbildung absolviert, leistet seine restliche Schulpflicht (von zwei Jahren) in der Abendschule ab. Die bis zur Unabh√§ngigkeit √ľberwiegend russischen Schulen, an denen Russisch Unterrichtssprache war (und Ukrainisch als eine von zwei Fremdsprachen gelehrt wurde), wurden zunehmend von ukrainischen Schulen abgel√∂st (sie bieten Russisch als eine von zwei Fremdsprachen an). Russisch ist auf Hochschulebene nach wie vor unentbehrlich (besonders in Mathematik und naturwissenschaftlichen F√§chern). Universit√§ten befinden sich in Lemberg (gegr√ľndet 1661), Charkow (gegr√ľndet 1805), Kiew (gegr√ľndet 1834), Odessa (gegr√ľndet 1865), Tschernowzy (gegr√ľndet 1875 als √∂stlichste deutschsprachige Universit√§t), Simferopol (gegr√ľndet 1918), Dnjepropetrowsk (gegr√ľndet 1918), Uschgorod (gegr√ľndet 1945), Donezk (gegr√ľndet 1965) und Saporoschje (gegr√ľndet 1985).
 
 
Presse: Die Pressefreiheit in der Ukraine ist stark beeintr√§chtigt; Behinderungen, Sendeverbote, (vor√ľbergehende) Schlie√üungen kritischer Medien sowie Bedrohungen und √úbergriffe auf regierungskritische Journalisten sind an der Tagesordnung. Internationales Aufsehen erregte besonders die vermutlich politisch motivierte Ermordung des Chefredakteurs der oppositionellen Onlinezeitung ¬ĽUkrainska Prawda¬ę, Georgij Gongadse, im September 2000. Nach einer kurzen Periode einer unabh√§ngigen Presse zu Beginn der 1990er-Jahre existierten zehn Jahre sp√§ter keine wirklich unabh√§ngigen Massenmedien mehr, zumal sie wegen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes zunehmend in finanzielle Abh√§ngigkeit vom Staat, von Parteien, Verb√§nden oder Unternehmen geraten sind. Die wichtigsten Tageszeitungen sind: ¬ĽSilskie Wisti¬ę, ¬ĽDjen¬ę, ¬ĽHolos Ukrainy¬ę (Organ des Parlaments), ¬ĽUrjadowyj Kurjer¬ę (Regierungsorgan), ¬ĽFakty i Kommentarii¬ę, ¬ĽKiewskie Wedomosti¬ę und die Wochenzeitung ¬ĽSerkalo Nedeli¬ę. - Nachrichtenagenturen: ¬ĽRespublika¬ę, ¬ĽRuch Press¬ę und ¬ĽUkrainian Press Agency¬ę. - Rundfunk: H√∂rfunk und Fernsehen unterstehen der Aufsicht des ¬ĽStaatskomitees f√ľr Informationspolitik, Fernsehen und Rundfunk¬ę. Neben dem staatlichen H√∂rfunk ¬ĽRadio Kiew¬ę gibt es die staatlichen Fernsehkan√§le ¬ĽUT-1¬ę und ¬ĽUT-2¬ę sowie eine eigenst√§ndige H√∂rfunk- und Fernsehanstalt auf der Krim, ferner sechs private Fernsehsender, darunter ¬ĽSTB¬ę, ¬ĽInter¬ę, ¬ĽStudio 1 + 1¬ę und ¬ĽTV Simon¬ę sowie verschiedene private H√∂rfunksender, die jedoch wie die √ľbrigen Medien staatlichem Druck ausgesetzt sind (z. B. Ende 2001 Lizenzentzug f√ľr ¬ĽRadio Kontinent¬ę, das u. a. das Auslandsprogramm der Deutschen Welle und der BBC √ľbertrug).
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Dank umfangreicher Industrie und Landwirtschaft ist die Ukraine nach Russland die zweitwichtigste Republik innerhalb der GUS-Staaten. Der nach Erlangung der Unabh√§ngigkeit 1991 eingeleitete Transformationsprozess in Richtung Marktwirtschaft bereitet erhebliche Schwierigkeiten und wird durch innenpolitische Auseinandersetzungen belastet. Durch das Auseinanderbrechen des sowjetischen Wirtschaftsraumes, verst√§rkt durch √ľbereiltes Herausl√∂sen des Landes aus den wirtschaftlichen Verbindungen mit den anderen GUS-Republiken, durch die geringe Konkurrenzf√§higkeit ukrainischer Wirtschaftsg√ľter auf dem Weltmarkt und durch die schleppende Verwirklichung von Wirtschaftsreformen (bis 1998 im Wesentlichen nur eine ¬Ľkleine¬ę Privatisierung, d. h. Entstaatlichung v. a. kleiner Staatsbetriebe) hielt der nach der Unabh√§ngigkeit einsetzende Wirtschaftsabschwung bis 1997 an und setzte sich zum Teil noch bis in das Jahr 1998 fort, obwohl in diesem Jahr Momente der Stabilisierung (Anstieg der Wirtschaftsproduktion, Senkung der Inflationsrate auf 80 % u. a.) erkennbar sind. Die f√ľr den Transformationsprozess notwendigen Ma√ünahmen wie Freigabe der Verbraucherpreise und weitgehender Subventionsabbau f√ľr die Landwirtschaft f√ľhrten zu Einkommensverlusten und zum Teil zur Verarmung gro√üer Teile der Bev√∂lkerung. Auch die Einf√ľhrung der neuen W√§hrung Hrywnja (1996) trug nicht zur L√∂sung der anstehenden Wirtschaftsprobleme bei. Eine Besserung der wirtschaftlichen Situation wird besonders durch die starke Abh√§ngigkeit von der teuren Energiezufuhr v. a. aus Russland erschwert. Mit einem Bruttosozialprodukt (BSP) von (1996) etwa 1 625 US-$ je Einwohner geh√∂rt die Ukraine zu den L√§ndern mit geringerem Einkommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 80,127 Mrd. US-$ im Jahr 1995 lag um 14,3 % unter dem Niveau von 1990. Das Haushaltsdefizit machte 1995 7,3 % des BIP aus, die Auslandsverschuldung erreichte 1997 etwa 8,8 Mrd. US-$. Bis Anfang 1997 erhielt die Ukraine von internationalen Finanzorganisationen 3,5 Mrd. US-$ an Krediten, besonders vom Internationalen W√§hrungsfonds. - 1996 wurden nur 40 % des BIP im Privatsektor erzeugt; dieser machte (1995) in der Industrie 41 %, in der Landwirtschaft 18 % und im Dienstleistungsbereich 41 % aus. Inkonstante Gesetzgebung und b√ľrokratische Hindernisse verschrecken ausl√§ndische Direktinvestitionen, die 1991-97 kumulativ nur 2 Mrd. US-$ betrugen. Wegen der noch gro√üen Zahl von Staatsbetrieben ist die gegenw√§rtige Arbeitslosenzahl (1997: 2,8 %, inoffiziell 8,7 %) gering. Etwa 50 % des BIP entstammen der Schatten- und mafiosen Wirtschaft.
 
 
Sie ist neben der Schwerindustrie eine der wirtschaftlichen Haupts√§ulen der Ukraine. Die seit 1990 bestehenden neuen Eigentums- und Nutzungsrechte lie√üen neben dem vorherrschenden genossenschatlichen (63 % der landwirtschaftlichen Nutzfl√§che = LN) und staatliches (21 %) auch individuelles Eigentum (2 %) zus√§tzlich zu den bereits existierenden, privat genutzten Hoffl√§chen (ohne Besitzerrechte) der Hauswirtschaften und Hausg√§rten (13 % der landwirtschaftlichen Nutzfl√§che) entstehen. Nach dem Gesetz zur Landreform von Anfang 1992 ist der Erwerb kleinerer landwirtschaftlicher Parzellen (bis 100 ha LN, davon 50 ha Ackerland pro Familie) m√∂glich, jedoch brauchen die ehemaligen Kolchosen und Sowchosen nur 7-10 % ihrer urspr√ľnglichen Fl√§che zu ver√§u√üern; Ausl√§nder sind vom Grunderwerb nach wie vor ausgenommen.
 
Ackerland umfasst etwa 58 % und Dauerweideland und -heuschl√§ge 15 % der Landesfl√§che. Von der Ackerfl√§che werden etwa 16 % mit Weizen, 13 % mit Gerste, 3 % mit Mais, 4 % mit Kartoffeln, 6 % mit Sonnenblumen und 4 % mit Zuckerr√ľben bestellt. Au√üerdem werden Futterpflanzen, Flachs, Gem√ľse und Tabak angebaut. In den trockenen Steppengebieten ist Ackerbau mit zuverl√§ssigen Ertr√§gen nur bei Bew√§sserung m√∂glich (Nordkrimkanal). Auf der Krim dominiert der Wein- und Obst-, in Transkarpatien und in der Schwarzmeer-K√ľstenregion der Weinbau. Seit 1990 gehen die landwirtschaftlichen Ertr√§ge, v. a. aus √∂kologischen Gr√ľnden, wegen unzureichender Agrartechnik und fehlender D√ľnge-, Futtermittel und Wirtschaftsgeb√§ude, aber auch wegen der geringen Kaufkraft der Bev√∂lkerung zur√ľck. Ein gro√üer Teil der geernteten Agrarg√ľter verdirbt auf dem Weg in die Verarbeitungszentren. Die privaten Kleinerzeuger tragen etwa ein Drittel zur landwirtschaftlichen Produktion bei. Die Rinder-, Schweine- und Schafzucht (im Karpatengebiet) sowie Gefl√ľgelhaltung sind ebenfalls bedeutend, der Viehbestand nahm jedoch seit 1990 um rd. ein Drittel ab.
 
 
Die Waldfl√§che umfasst einschlie√ülich Buschland 18 % der Oberfl√§che. Mischw√§lder sind v. a. im Norden, Laubw√§lder im Westen vorherrschend. Bei abnehmender Einschlagsmenge (1993: 4,9 Mio. m3) ging der Umfang der Aufforstungen in den letzten zwanzig Jahren um √ľber 25 % zur√ľck.
 
 
1994 wurden 310 722 t Fisch gefangen, davon 19 % in Binnengewässern, 56 % im Atlantik, 12 % im Mittelmeer und Schwarzen Meer, 12 % im Pazifik und 1 % im Indischen Ozean.
 
 
Die Ukraine besitzt mit 40 Mrd. t Reserven zwar mit die gr√∂√üten Steinkohlelagerst√§tten der Erde, besonders im Donez-Steinkohlenbecken, komplizierter werdende geologische Abbaubedingungen, veraltete Bergbautechnik und geringe Konkurrenzf√§higkeit auf dem Weltmarkt f√ľhrten aber zum R√ľckgang der Steinkohlenf√∂rderung (1980-97 von 197 Mio. t auf 82 Mio. t). Unter Mithilfe der Weltbank sollen der Steinkohlenbergbau reformiert und dabei unrentable Kohlegruben stillgelegt werden. Umfangreich sind die Vorkommen an Eisen- (besonders Kriwoj Rog, Krementschug, Kertsch), Manganerz (Nikopol) sowie Nichteisenerzen. Die rasante Verminderung der Erzf√∂rderung nach 1990 konnte 1997 (53,4 Mio. t Eisen- und etwa 3 Mio. t Manganerz) gestoppt werden. Schwerpunkte der Erd√∂l- und Erdgasgewinnung sind die Dnjepr-Donez-Region in der Ost-, das Karpatenvorland in der West- und die Region am Schwarzen Meer in der S√ľdukraine. Auch die Gewinnung von Erd√∂l (1997: 4,2 Mio. t) und Erdgas (1997: 18 Mrd. m3) ist r√ľckl√§ufig. Aus den vorhandenen Erd√∂l- und Erdgasfeldern kann nur etwa ein F√ľnftel des Eigenbedarfs gedeckt werden. Das Land wird von (1992) 2 010 km Erd√∂l-, 1 920 km Erd√∂lprodukten- und 7 800 km Erdgasleitungen durchzogen, gro√üenteils als Transitleitungen aus Russland (z. B. Erd√∂lleitung ¬ĽFreundschaft¬ę). Daneben gibt es Vorkommen an Uran-, Blei-, Zinkerz, Salz, Graphit und Gips.
 
 
Die Energieversorgung der Ukraine ist gekennzeichnet durch die starke Abh√§ngigkeit von Erdgas- und Erd√∂llieferungen aus Russland, Turkmenistan und seit 1997 auch Usbekistan; diese decken gegenw√§rtig rd. 65 % des ukrainischen Gas- und rd. 80 % des √Ėlbedarfs. Das Land leidet unter gro√üer Energieknappheit. Die Elektroenergieerzeugung (1996: 181,6 Mrd. kWh) verringerte sich im Vergleich zu 1990 um 39 %. Au√üer W√§rme- und Wasserkraftwerken (am Dnjepr) arbeiten 14 Kernreaktoren in 5 Kraftwerken (Tschernobyl, Chmelnizkij, Saporoschje, Rowno, S√ľdukraine bei Nikolajew), die 1998 √ľber die H√§lfte der erzeugten Elektroenergie lieferten.
 
 
Einem st√§rker industrialisierten Ostteil mit dem industriereichen Donez-Steinkohlenbecken steht ein industrie√§rmerer Westteil gegen√ľber. Im Vergleich zu 1990 ging die Industrieproduktion bis 1995 durchschnittlich um etwa 13 % zur√ľck, wobei die Leichtindustrie st√§rker betroffen ist. Seit 1995 √ľberwiegt die Zahl der nichtstaatlichen die der staatlichen Betriebe. Aus dem industriellen Zentrum in der Region um die St√§dte Charkow, Dnjepropetrowsk und Donezk stammen v. a. Dampf- und Elektrolokomotiven, Traktoren, Land- und Werkzeugmaschinen, Kraftfahrzeuge; ferner finden sich dort Kokereien, exportintensive H√ľttenwerke der Eisen-, daneben der Nichteisenmetallurgie (Aluminium, Magnesium, Zink, Quecksilber) und gro√üe chemische Anlagen (Kohle- und Erd√∂lchemie). In der Region um Kiew sind neben dem Maschinen-, Flugzeug- und Schiffbau auch zahlreiche Betriebe der Leicht- (Konsumg√ľter, Holz, Glas, Textilien) und Nahrungsmittelindustrie ans√§ssig. An der Schwarzmeerk√ľste finden sich in Nikolajew und Cherson Schiffswerften. In der westlichen Ukraine dominiert die Nahrungsmittelindustrie (besonders Zuckerproduktion), im Bereich der Karpaten und in Polesien Holzverarbeitung. Betriebe des milit√§risch-industriellen Komplexes hatten einst einen Anteil von 77 % an der Industrieerzeugung, ihre Umstellung auf zivile Produktion bereitet gro√üe Schwierigkeiten. Von den ehemaligen mehr als 1 000 R√ľstungsbetrieben arbeiten noch etwa 150.
 
 
Hauptgebiete des Fremdenverkehrs sind die Krim (einst wichtigstes Erholungs- und Kurgebiet der Sowjetunion), die Schwarzmeerk√ľste und die Waldkarpaten; die unzureichende Infrastruktur l√§sst einen weiteren Ausbau derzeit nicht zu. 1994 besuchten 772 000 ausl√§ndische Touristen das Land.
 
 
Der Au√üenhandelsumsatz lag 1996 bei 38 Mrd. US-$ (18,6 Mrd. Export und 19,4 Mrd. Import). Wichtigste Exportg√ľter (1996 in Prozent des Exportwerts) sind unedle Metalle und daraus gefertigte Erzeugnisse (32,2), Chemieprodukte (11,9), Maschinen, Apparate und Ger√§te (9,8), Lebensmittel (9,8), mineralische Stoffe, besonders Kohle (9,1), Waren pflanzlichen Ursprungs (6,1) und Transportmittel. Wichtigste Importg√ľter (1996 in Prozent des Importwertes) sind Brennstoffe, Elektroenergie und andere mineralische Stoffe (52,4), Maschinen, Apparate und Ger√§te (13,3), Chemieprodukte (5,4), Lebensmittel (4,5), Kunststoffe und Kautschuk (4,2), unedle Metalle und daraus gefertigte Erzeugnisse (4,1) sowie Textilien (2,7). Im Jahr 1996 waren die bedeutendsten Importl√§nder Russland (47 % des Importwertes), Turkmenistan, Deutschland, die USA, Polen und Wei√ürussland, die wichtigsten Exportl√§nder Russland (47 % des Exportwertes), Wei√ürussland, China, T√ľrkei und Deutschland. In Entwicklung befindet sich der Ausbau der Handelsbeziehungen mit den Industriestaaten des Westens.
 
Verkehr:
 
Die Ukraine, die eine wichtige Transitfunktion im Verkehr zwischen der Balkanhalbinsel und Russland besitzt, verf√ľgt √ľber eine relativ ausgebaute Verkehrsinfrastruktur mit einem dichten Eisenbahn- und Stra√üennetz, besonders im Donez-Kohlenbecken und im Einzugsbereich gr√∂√üerer St√§dte. Das Eisenbahnnetz hat (1996) eine L√§nge von 22 800 km, davon sind 8 600 km elektrifiziert. Von den (1996) 172 600 km Stra√üen sind 163 900 km befestigt; 1 875 km sind Schnellstra√üen. Die Gesamtl√§nge der Binnenschifffahrtswege betr√§gt 4 400 km (davon 1 672 km auf dem Pripjet und Dnjestr). Die Handelsflotte umfasst (1996) 301 Schiffe mit 2 507 463 BRT (3 156 522 dwt). Die wichtigsten Seeh√§fen sind Odessa, Iljitschowsk (Containerhafen; Eisenbahnf√§hre nach Warna), Cherson, Ismail, Mariupol und Kertsch. Von den 163 Flugpl√§tzen mit befestigten Rollbahnen ist der internationale Flughafen Borispol bei Kiew am bedeutendsten; daneben gibt es 543 unbefestige Landepl√§tze. Internationale Fluggesellschaften sind die staatliche Ukraine International Airlines und die Air Ukraine.
 
 Geschichte:
 
Mit Ukraine (¬ĽGrenzland¬ę; von ¬Ľvkraj¬ę, deutsch ¬Ľam Rande¬ę) bezeichnete man zun√§chst die ostslawischen Regionen an der Grenze zur Steppe (Trennlinie zwischen sesshaften und nomadisierenden V√∂lkern). Erstmals taucht dieser Begriff in einer Chronik des 12. Jahrhunderts auf und bezieht sich auf die Grenzgebiete des Kiewer Reichs in der heutigen Ukraine. Seit dem 16. Jahrhundert nannten Ukrainer und Polen den Raum am mittleren Dnjepr verschiedentlich Ukraine; im 17. Jahrhundert, als der Begriff auch im Ausland √ľblich wurde, verband er sich v. a. mit dem Hetmanat der Dnjeprkosaken und fand seit dem 19. Jahrhundert - gef√∂rdert durch die ukrainische Nationalbewegung im Russischen Reich - immer h√§ufiger Anwendung, v. a. f√ľr die im 20. Jahrhundert auf ukrainischem Gebiet gebildeten politischen Gremien und territorialen Einheiten.
 
F√ľr die Ukrainer blieb aber bis ins 17. Jahrhundert der schon f√ľr die Bev√∂lkerung des Kiewer Reichs √ľbliche Name ¬ĽRus¬ę vorherrschend, f√ľr die nicht unter russischer Herrschaft stehenden sogar bis ins 20. Jahrhundert (auch Bezeichnung ¬ĽRusyn¬ę, im Reich der Habsburger nach der lateinischen Form ¬ĽRutheni¬ę deutsch ¬ĽRuthenen¬ę genannt). Im 17. Jahrhundert kam im russischen Zarenreich f√ľr die Ukrainer der Name ¬ĽKleinrussen¬ę auf beziehungsweise f√ľr das von ihnen bewohnte Gebiet ¬ĽKleinrussland¬ę (urspr√ľnglich im 13./14. Jahrhundert von der Patriarchatskanzlei in Konstantinopel f√ľr die Di√∂zesen im S√ľdwesten gepr√§gt, seit dem 19. Jahrhundert von den Ukrainern als herabsetzend empfunden).
 
Die Zuordnung der Ukraine zur ostslawischen beziehungsweise russischen Geschichte ist weitgehend durch die nationale und politische Einstellung bestimmt: W√§hrend die gro√ürussische und kommunistische Geschichtsschreibung die Geschichte der Ukraine nur als Territorialgeschichte innerhalb Russlands (beziehungsweise 1922-91 im Rahmen der Sowjetunion) interpretieren, behandelt die nationalukrainische Geschichtsschreibung seit M. Hruschewskyj das Kiewer Reich als Teil der eigentlich ukrainischen Geschichte und bem√ľht sich, die Landesgeschichte als kontinuierliche Nationalgeschichte zu sehen. Ein ukrainisches Eigenst√§ndigkeitsbewusstsein bildete sich erstmals im Kosakenstaat des 17. Jahrhunderts heraus; von einem eigenen Nationalbewusstsein kann seit dem 19. Jahrhundert gesprochen werden.
 
Zur Vorgeschichte Osteuropa.
 
 Altertum und Mittelalter
 
Im 7. Jahrhundert v. Chr. setzte die skythische und - am Nordufer des Schwarzen Meeres - die griechische Kolonisation, im 3. Jahrhundert v. Chr. die sarmatische Besiedlung ein. Zur Völkerwanderungszeit war das Gebiet von einer Vielzahl von Völkern (Goten, Hunnen, Awaren u. a.) bewohnt, bis sich um die Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. hier die (wohl) slawischen Anten niederließen und etwa seit dem 6. Jahrhundert ostslawische Stämme einwanderten.
 
Seit der 2. H√§lfte des 9. Jahrhunderts entstand am mittleren Dnjepr, dem Kerngebiet der ostslawischen St√§mme, unter dem Einfluss der War√§ger das Kiewer Reich, das seit 988 (Taufe Wladimirs des Heiligen) in den byzantinisch-ostkirchlichen Kulturkreis einbezogen wurde. Bis zur Eroberung durch die Mongolen (1237-40) ist die Geschichte der Ukraine eng verbunden mit der Russlands (Dynastiegeschichte der Rurikiden). Danach ver√∂deten die Steppengebiete am unteren Dnjepr und Donez fast v√∂llig, w√§hrend die s√ľdwestlichen F√ľrstent√ľmer Galitsch und Wolhynien (ab 1199 zu einem F√ľrstentum vereint; Galizien) unter F√ľrst Daniil Romanowitsch zeitweilig eine selbstst√§ndige Entwicklung nehmen konnten.
 
¬†Litauisch-polnische Herrschaft, ¬ĽHetmanat¬ę und Eingliederung ins Russische Reich
 
Mit dem Niedergang der Goldenen Horde im 14. Jahrhundert eroberte Litauen Podolien, Kiew (1362) und Teile Wolhyniens; Polen gewann unter Kasimir III., dem Gro√üen, Galizien und einen Teil West-Wolhyniens (¬ĽRotrussland¬ę oder ¬ĽRotreu√üen¬ę). In der S√ľdukraine entstand Mitte des 15. Jahrhunderts das Khanat der Krimtataren, das im 15./16. Jahrhundert die gesamte S√ľdwestukraine durch Raubz√ľge verheerte. Durch die Lubliner Union (1569, Polen, Geschichte) kam der gr√∂√üte Teil der Ukraine unter unmittelbare polnische Herrschaft. Die Vergabe gro√üer Latifundien an polnische Magnaten r√∂misch-katholischer Konfession und die Beseitigung der b√§uerlichen Freiz√ľgigkeit im 3. Litauer Statut (1588) f√ľhrte zu sozialen Spannungen, die versch√§rft wurden, als die Brester Union 1596 die Katholisierung der orthodoxen Kirche einzuleiten schien. F√ľhrend im Widerstand gegen die polnische Herrschaft wurden die seit Ende des 15. Jahrhunderts an der Steppengrenze, am unteren Dnjepr, auftretenden Kosaken. Ihr Aufstand unter B. Chmelnizkij 1648, verbunden mit blutigen Pogromen an den (u. a. als Verwalter, P√§chter und Steuereinzieher im Dienste polnischer Magnaten stehenden) Juden, f√ľhrte zur Bildung eines eigenen ukrainischen Staatswesens (¬ĽHetmanat¬ę beziehungsweise ¬ĽHetmanstaat¬ę), das sich aber im Vertrag von Perejaslaw 1654 unter den Schutz des russischen Zaren stellte. W√§hrend die Kosaken geglaubt hatten, so ihre Freiheiten bewahren zu k√∂nnen, wurde dies von Russland als Beginn ihrer ¬Ľewigen Untertanenschaft¬ę ausgelegt. Der dar√ľber ausbrechende russisch-polnische Krieg endete im Waffenstillstand von Andrussowo (1667), in dem die Ukraine geteilt wurde. Das Gebiet √∂stlich des Dnjepr (¬Ľlinksufrige Ukraine¬ę) kam an Russland, das Saporoger Kosakengebiet unter ein polnisch-russisches Kondominium. Bereits 1663 war in Moskau ein f√ľr die Ukraine zust√§ndiges Zentralamt (¬ĽKleinrussische Kanzlei¬ę) geschaffen worden.
 
W√§hrend des Nordischen Krieges (1700-21) versuchte der zun√§chst mit Zar Peter dem Gro√üen verb√ľndete Hetman I. S. Masepa, unter dem sich ein reges geistiges und k√ľnstlerisches Leben entwickelte (¬Ľukrainischer Barock¬ę), im B√ľndnis mit Karl XII. von Schweden die linksufrige Ukraine vom Russischen Reich zu l√∂sen. Nachdem dies durch die Niederlage von Poltawa (1709) fehlgeschlagen war, wurde deren Autonomie allm√§hlich ausgeh√∂hlt; 1764 wurde der letzte Hetman Kirill Grigorjewitsch Rasumowskij (* 1728, ‚úĚ 1803), ein G√ľnstling der Kaiserin Elisabeth, von Katharina II. zur Abdankung gezwungen, 1775 das befestigte Zentrum der Saporoger Kosaken (Sitsch) von russischen Truppen zerst√∂rt und bis 1783 die rechtlich-soziale Sonderstellung der ukrainischen Gebiete beseitigt. Mit den Polnischen Teilungen (1772, 1793 und 1795) fiel der gr√∂√üte Teil des Gebietes an Russland; Galizien sowie Teile Wolhyniens und Podoliens kamen zu √Ėsterreich. Unter russischer Herrschaft wurden die bisher menschenleeren Steppengebiete rasch besiedelt, wobei die gro√üen St√§dte (Kiew, Odessa) oft nichtukrainische Mehrheiten erhielten.
 
Das sich in der 1. H√§lfte des 19. Jahrhunderts entwickelnde Nationalbewusstsein wurde unter Nikolaus I. unterdr√ľckt, noch bestehende rechtliche Besonderheiten wie das Magdeburger Recht der St√§dte abgeschafft (1835), die ukrainisch-katholische Kirche 1839 aufgel√∂st, ihre Mitglieder zum Eintritt in die orthodoxe Kirche gezwungen. Die 1846 gegr√ľndete geheime Kyrillos-Methodios-Gesellschaft, die sich f√ľr nationalukrainische Ziele einsetzte, wurde 1847 gewaltsam aufgel√∂st. In der Reform√§ra unter Alexander II. (1855-81) konnte sich mit Kiew als Zentrum unter F√ľhrung des Historikers M. I. Kostomarow und des Dichters T. H. Schewtschenko ukrainisches Schrifttum mit starken nationalen, jedoch nicht antirussischen Tendenzen entwickeln. Trotzdem sah die russische Regierung Verbindungen zum polnischen Januaraufstand 1863/64 und verbot den Druck ukrainischer B√ľcher. Die ukrainische Sprache wurde als ¬Ľkleinrussischer¬ę Dialekt des Russischen bezeichnet; erst die Revolution von 1905 brachte die Druckfreiheit. 1900 entstand mit der ¬ĽRevolution√§ren Ukrainischen Partei¬ę die erste politische Partei in der Ostukraine; nach Abspaltung eines linken Fl√ľgels, der sich 1908 der russischen Sozialdemokratie anschloss, benannte sie sich 1905 in ¬ĽUkrainische Sozial-Demokratische Arbeiterpartei¬ę um.
 
In der ersten und zweiten Reichsduma (1906 und 1907) bestand eine den Trudowiki nahe stehende ukrainische Fraktion von 63 beziehungsweise 47 Abgeordneten, die kulturelle Autonomie - nicht politische Eigenst√§ndigkeit - anstrebte. Im habsburgischen Ostgalizien (¬ĽWestukraine¬ę) wurden dagegen die ukrainische Sprache und die nationale Bewegung als Gegengewicht zum Polentum gef√∂rdert; 1848 wurde in Lemberg ein Lehrstuhl f√ľr ukrainische Sprache und Literatur, 1894 ein Lehrstuhl f√ľr ukrainische Geschichte (Hruschewskyj) errichtet. Die angestrebte Teilung Galiziens in einen polnischen und einen ukrainischen Landesteil wurde jedoch nicht erreicht.
 
 Der Kampf um eine unabhängige Ukraine
 
Nach der Februarrevolution von 1917 in Russland entstand unter F√ľhrung von Hruschewskyj die Zentralrada (¬ĽZentralna Rada¬ę) als ukrainisches Parlament. Ihr Generalsekretariat bildete die Landesregierung, die vorwiegend von Menschewiki und Sozialrevolution√§ren getragen wurde. Im Juni 1917 rief die Zentralrada die Autonomie und - nachdem sie am 19. 11. 1917 eine ¬ĽUkrainische Volksrepublik¬ę proklamiert hatte, der seit Dezember 1917 eine bolschewistische Sowjetregierung in Charkow gegen√ľberstand - am 22. 1. 1918 die Unabh√§ngigkeit der Ukraine aus. Ihre Vertreter nahmen an den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk zwischen den Mittelm√§chten und dem bolschewistischen Russland teil und schlossen am 9. 2. 1918 mit den Mittelm√§chten einen Sonderfrieden, in dem die staatliche Unabh√§ngigkeit der Ukraine anerkannt wurde. Nach der Eroberung Kiews durch bolschewistische Truppen (8. 2. 1918) musste die Landesregierung vor den Bolschewiki weichen. Im Februar und M√§rz 1918 besetzten deutsche und √∂sterreichisch-ungarische Truppen die Ukraine und dr√§ngten die Bolschewiki wieder zur√ľck. Am 29. 4. 1918 f√ľhrten nationalkonservative Kr√§fte mit Unterst√ľtzung der deutschen Besatzungsmacht das Hetmanat wieder ein (Hetman). Nach dem Abzug der deutschen und √∂sterreichisch-ungarischen Truppen wurde der Hetman P. P. Skoropadskij am 14. 12. 1918 gest√ľrzt und emigrierte. An die Spitze eines Direktoriums der Ukrainischen Volksrepublik trat der nationaldemokratisch orientierte S. Petljura.
 
Am 22. 1. 1919 verk√ľndete das Direktorium die Vereinigung der Ukrainischen Volksrepublik mit der ¬ĽWestukraine¬ę (Ostgalizien), die sich am 13. 11. 1918 zur ¬ĽWestukrainischen Volksrepublik¬ę ausgerufen hatte. Am 5. 2. 1919 nahm die Rote Armee erneut Kiew ein, das Direktorium musste weichen. Nachdem die bolschewistischen Truppen im Sommer 1919 noch einmal von Wei√ügardisten unter A. I. Denikin aus der Ukraine vertrieben worden waren, eroberten sie das Gebiet Ende 1919 zur√ľck (am 6. 12. Kiew). Einen letzten Versuch, die Bolschewiki aus der Ukraine zu verdr√§ngen und einen selbstst√§ndigen ukrainischen Staat durchzusetzen, unternahm Petljura durch ein B√ľndnis mit Polen (21. 4. 1920) unter Verzicht auf die Westukraine. Nach Anfangserfolgen der verb√ľndeten Polen und Ukrainer im Polnisch-Sowjetischen Krieg (am 7. 5. 1920 Einnahme von Kiew) lie√ü Polen nach milit√§rischen R√ľckschl√§gen den ukrainischen Bundesgenossen fallen. W√§hrend des B√ľrgerkriegs spielten in der Ukraine auch b√§uerliche Aufstandsbewegungen eine bedeutende Rolle (u. a. die mehrere zehntausend Mann umfassenden Partisaneneinheiten unter N. I. Machno, erst 1921 von der Roten Armee ausgeschaltet). 1919 und 1920 richtete sich eine Welle von Pogromen gegen Juden (√ľber 30 000 Tote). Im Frieden von Riga 1921 teilten Polen und das bolschewistische Russland die Ukraine unter sich auf. Die Karpato-Ukraine war bereits 1919/20 an die Tschechoslowakei gefallen.
 
 Stalinistischer Terror und nationalsozialistische Besetzung
 
1922 wurde die Ukraine als Ukrainische SSR Gliedstaat der Sowjetunion. Die unter Anwendung staatlichen Terrors in der UdSSR von Stalin durchgef√ľhrte Zwangskollektivierung der Landwirtschaft (ab 1929) f√ľhrte besonders in der Ukraine zu hohen Menschenverlusten; allein an Hunger starben 1932-33 zwischen 4 und 6 Mio. Menschen (nach den schlechten Ernten von 1931 und 1932 h√§ufig unter Einsatz von Truppen erzwungene Ablieferung der Getreidevorr√§te durch die Bauern). 1934 wurde die Hauptstadt der Ukrainischen SSR von Charkow nach Kiew verlegt. Die stalinistischen ¬ĽS√§uberungsaktionen¬ę (Gro√üe Tschistka) erreichten hier wie √ľberall in der UdSSR 1937/38 ihren H√∂hepunkt (Ausl√∂schung eines Gro√üteils der politischen und wissenschaftlich-kulturellen ukrainischen Elite). 1938-49 (mit Unterbrechung) f√ľhrte der Russe N. S. Chruschtschow die ukrainische KP-Organisation. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1. 9. 1939) vereinigte die sowjetische Regierung unter Anwendung des Geheimen Zusatzprotokolls des Hitler-Stalin-Paktes (23. 8. 1939) die Westukraine wieder mit der Ukraine. 1940 wurde die Bukowina Teil der Ukrainischen SSR.
 
Nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR (22. 6. 1941) war die Ukraine bis Anfang 1944 eines der Hauptkampfgebiete; sie erfuhr starke Zerst√∂rungen an Kultur- und Wirtschaftsg√ľtern sowie hohe Verluste an Menschen. Insbesondere zu Beginn der Besatzungszeit kollaborierte ein Teil der ukrainischen Bev√∂lkerung - unter dem Eindruck des stalinistischen Terrors der vorangegangenen Jahre und in der Hoffnung, sich mit deutscher Hilfe von der Sowjetunion l√∂sen zu k√∂nnen - mit den deutschen Besatzungsbeh√∂rden (u. a. Dienst ukrainischer Freiwilliger in der Wehrmacht und der Waffen-SS, Beteiligung von Ukrainern an der nationalsozialistischen Judenverfolgung). Auch die deutsche Minderheit in der Ukraine, soweit sie nicht bereits 1941 von den sowjetischen Beh√∂rden nach Mittelasien deportiert worden war, arbeitete mit der deutschen Besatzungsmacht zusammen. In der Schlucht von Babij Jar ermordete im September 1941 eine Einsatzgruppe der SS √ľber 30 000 Juden. Der gr√∂√üte Teil der ukrainischen Juden fiel in der Folgezeit dem Holocaust zum Opfer.
 
W√§hrend der nationalsozialistischen Herrschaft (1941-44) war Galizien dem Generalgouvernement angegliedert, die Bukowina, Bessarabien und die Dnjestr-Region wurden dem mit Deutschland verb√ľndeten Rum√§nien √ľberlassen; der gr√∂√üte Teil des Landes wurde jedoch zum ¬ĽReichskommissariat Ukraine¬ę (unter der Leitung von E. Koch) erkl√§rt. Die brutale deutsche Okkupationspolitik rief auch bald den ukrainischen Widerstand hervor (1942 Gr√ľndung der ¬ĽUkrainischen Aufstandsarmee¬ę, die aber ebenso gegen kommunistische Partisanen und die Rote Armee sowie die polnische Bev√∂lkerung k√§mpfte und anschlie√üend bis in die 50er-Jahre einen aussichtslosen Untergrundkrieg gegen die Sowjetmacht f√ľhrte). 1943-44 eroberte die Rote Armee die Ukraine zur√ľck (am 6. 11. 1943 Einnahme von Kiew).
 
 Die Ukraine nach dem Zweiten Weltkrieg
 
1945 wurde die Ukrainische SSR Gr√ľndungsmitglied der Vereinten Nationen. Im selben Jahr trat die Tschechoslowakei die Karpato-Ukraine an die UdSSR ab, die dieses Gebiet 1946 als Transkarpatien mit der Ukrainischen SSR vereinigte. 1954 trat Russland (RSFSR) die Halbinsel Krim an die Ukraine ab.
 
Im Winter 1946/47 war die Ukraine noch einmal von einer schweren Hungersnot betroffen (Zehntausende Opfer). Im Zeichen eines Kampfes gegen den ¬Ľb√ľrgerlichen ukrainischen Nationalismus¬ę setzten 1946 neue stalinistische S√§uberungen ein (sp√§ter auch gegen den ¬Ľj√ľdischen Kosmopolitismus¬ę gerichtet). Im Rahmen einer Sowjetisierung der Westukraine wurde dort 1947-51 die Landwirtschaft zwangskollektiviert.
 
Seit den 1950er-Jahren wechselten in der Ukrainischen SSR Phasen einer liberalen sowjetischen Nationalit√§tenpolitik und Ukrainisierung mit politischen ¬ĽS√§uberungen¬ę und Russifizierungstendenzen. In den 1960er-Jahren formierte sich eine ukrainische Oppositionsbewegung mit national-kulturellen, aber auch allgemein-politischen Forderungen; ihre Basis (v. a. die st√§dtische Intelligenz) blieb allerdings schmal. Verst√§rkt wurde sie durch eine religi√∂se Opposition in der Westukraine (Wirken der verbotenen Griechisch-Katholischen Kirche im Untergrund). Versuche des ab 1964 als ukrainischer KP-Vorsitzender amtierenden Petro ҆elest, ukrainische Interessen wieder st√§rker gegen√ľber der Zentrale in Moskau zu betonen, f√ľhrten 1972 zu seiner Absetzung unter dem Vorwurf der F√∂rderung des ukrainischen Nationalismus. 1976 wurde das ¬ĽUkrainische Helsinki-Komitee¬ę gegr√ľndet, dem sich eine ganze Reihe von Dissidenten anschloss.
 
Der Reaktorunfall im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. 4. 1986, von dem nicht nur die Ukraine schwer betroffen war, sondern auch besonders Wei√ürussland sowie weitere Teile Ost-und Nordeuropas, v. a. aber die Verharmlosung der Katastrophe und die verantwortungslose Verschleppung notwendiger Gegenma√ünahmen f√ľhrten in der Ukraine zur Kritik an den sowjetischen Beh√∂rden und weckten ein √∂kologisches Bewusstsein, das u. a. 1987 zur Entstehung der Vereinigung ¬ĽGr√ľne Welt¬ę f√ľhrte (Vorl√§ufer der 1990 gegr√ľndeten Gr√ľnen Partei).
 
Ukrainische Exilpolitiker setzten sich in der Emigration weiter f√ľr die Idee eines ukrainischen Nationalstaates ein. Gut organisierte Emigrantenorganisationen in den USA und Kanada nahmen sich der Pflege der ukrainischen Kultur und Geschichtsschreibung an, besonders seit der Einbeziehung aller ukrainisch besiedelten Gebiete in die Ukrainische SSR und der Aufl√∂sung der ukrainisch-katholischen Kirche in der Sowjetunion, die als ein Hort der ukrainischen Kultur galt.
 
 Der Weg in die Unabhängigkeit und die ersten Jahre der Eigenstaatlichkeit
 
Innenpolitische Entwicklung:
 
Mit der Gr√ľndung von ¬ĽRuch¬ę (1989) als einer Volksbewegung unter dem Vorsitz des Schriftstellers Iwan F. Dratsch (* 1936) schlossen sich verschiedene oppositionelle Gruppen zusammen. Nachdem Anfang 1990 das Ukrainische zur Staatssprache erhoben worden war, erkl√§rte sich die Ukraine am 16. 7. 1990 f√ľr souver√§n innerhalb der UdSSR. Seit 1990 entstanden zahlreiche Parteien sehr unterschiedlicher Richtung. Nach dem Putsch orthodox-kommunistischer Kr√§fte im August 1991 in der UdSSR l√∂ste sich die Ukraine ganz aus dem Staatsverband der UdSSR und erkl√§rte am 24. 8. 1991 ihre Unabh√§ngigkeit. In einer Volksabstimmung am 1. 12. 1991 best√§tigte die Bev√∂lkerung diese Entscheidung und w√§hlte L. M. Krawtschuk zum Staatspr√§sidenten. Bem√ľht, mit Reformen die wirtschaftliche Krise seines Landes zu beheben, scheiterte Krawtschuk jedoch mit seinen Initiativen oft an der reformfeindlichen Mehrheit des Obersten Rates. In Wechselwirkung mit dieser wirtschaftspolitischen Konstellation f√ľhrte das Ausbleiben der Modernisierung und der Entstaatlichung der Wirtschaft zu einem R√ľckgang der gesamten Industrieproduktion. Kennzeichnend f√ľr die reformfeindliche Stimmung im Obersten Rat war die Zulassung der Nachfolgeorganisation der (1991 verbotenen) KP der Ukraine 1993. Ein Ausdruck der zunehmenden Unzufriedenheit in der Bev√∂lkerung war der Bergarbeiterstreik im Juni 1993 (1998 erneut Bergarbeiterproteste). Bei den Wahlen zum Obersten Rat (M√§rz/April 1994) behielten die Reformgegner das √úbergewicht. Im Juli 1994 w√§hlte die Bev√∂lkerung den wirtschaftsreformerisch orientierten L. D. Kutschma zum Staatspr√§sidenten, der eine st√§rkere Zusammenarbeit mit Russland einleitete. 1997 wurde Walerij Pustowojtenko (Demokratische Volkspartei) Regierungschef. Aus den Parlamentswahlen Ende M√§rz 1998 gingen die Linksparteien zwar gest√§rkt hervor, verfehlten jedoch die Mehrheit (KP: 123 Mandate, Block aus Sozialisten und Bauernpartei: 32 Sitze, Progressive Sozialisten: 16 Sitze). Angesichts einer mehrere Monate anhaltenden Parlamentskrise entschloss sich Pr√§sident Kutschma im Juni 1998, per Dekret zu regieren; erst im Juli 1998 einigte sich der Oberste Rat auf O. Tkatschenko als Parlamentsvorsitzenden. Im November 1999 konnte Kutschma schlie√ülich durch Stichwahlen mit 56,3 % der Stimmen die Pr√§sidentschaftswahlen erneut f√ľr sich entscheiden. Er berief als Amtsnachfolger von Ministerpr√§sident Pustowojtenko im Dezember 1999 den reformorientierten Finanzexperten W. Juschtschenko; dieser sah sich insbesondere mit dem Umstand konfrontiert, dass die Ukraine aufgrund der sehr hohen Staatsverschuldung zu diesem Zeitpunkt faktisch zahlungsunf√§hig war. Im April 2000 suchte Pr√§sident Kutschma durch ein von ihm anberaumtes und mehrheitlich von der Bev√∂lkerung unterst√ľtztes Referendum seine Stellung gegen√ľber dem Parlament zu st√§rken (u. a. Abstimmung √ľber eine Verringerung der Zahl der Abgeordneten, √ľber erweiterte M√∂glichkeiten, das Parlament durch den Staatspr√§sidenten aufzul√∂sen, und √ľber die Einf√ľhrung eines Zweikammerparlaments); die von ihm angestrebte Verfassungs√§nderung scheiterte jedoch an der notwendigen Zustimmung durch das Parlament. Am 15. 12. 2000 wurde mit der Abschaltung des letzten Reaktors das Kernkraftwerk von Tschernobyl stillgelegt.
 
Nach dem ungekl√§rten Tod des regierungskritischen Journalisten Georgij Gongadse richteten sich ab Ende 2000 heftige Proteste gegen die ukrainische Staatsmacht, besonders gegen Pr√§sident Kutschma. Die Opposition warf den Beh√∂rden u. a. Behinderung unabh√§ngiger Medien, Unterdr√ľckung beziehungsweise Einsch√ľchterung kritischer Politiker, Beeinflussung der Justiz und Korruption vor. Auch internationale Menschenrechtsorganisationen und die Parlamentarische Versammlung des Europarates mahnten substanzielle Verbesserungen der Menschenrechtssituation in der Ukraine an (so eine Reform des Straf- und Zivilrechts). Im April 2001 wurde Ministerpr√§sident Juschtschenko durch ein von den Kommunisten und den Oligarchenparteien unterst√ľtztes Misstrauensvotum im Parlament gest√ľrzt, blieb aber noch bis Ende Mai 2001 gesch√§ftsf√ľhrend im Amt, als der Oberste Rat den von Pr√§sident Kutschma vorgeschlagenen Kandidaten A. Kinach (Vorsitzender der Vereinigung der ukrainischen Industriellen und Unternehmer) zum Regierungschef w√§hlte. Im Mai 2001 wurde der fr√ľhere russische Ministerpr√§sident W. Tschernomyrdin Botschafter Russlands in der Ukraine und nahm als Vertreter W. Putins f√ľr die Entwicklung der russisch-ukrainischen Wirtschaftsbeziehungen eine wichtige Position ein.
 
Bei den Parlamentswahlen am 31. 3. 2002 entfielen zwar auf das von Juschtschenko gef√ľhrte B√ľndnis ¬ĽUnsere Ukraine¬ę die meisten Stimmen (23,6 %), gefolgt von den Kommunisten (20 %); das Pr√§sident Kutschma nahe stehende Wahlb√ľndnis ¬ĽF√ľr eine geeinte Ukraine¬ę (nur 11 % der Stimmen) konnte aber danach zahlreiche direkt gew√§hlte, parteilose Abgeordnete f√ľr ihre Fraktion gewinnen, die mit 176 Mandaten die st√§rkste wurde. Damit erh√∂hte sich die Einflussm√∂glicheit Kutschmas auf die Legislative deutlich. Am 28. 5. 2002 w√§hlte der Oberste Rat den Vorsitzenden der Fraktion ¬ĽF√ľr eine geeinte Ukraine¬ę und fr√ľheren Pr√§sidialamtschef Wladimir Litwin zum Parlamentspr√§sidenten.
 
 
Mit dem Abkommen von Minsk (8. 12. 1991) hatten Russland, Wei√ürussland und die Ukraine den Vertrag vom 30. 12. 1922 √ľber die Gr√ľndung der Sowjetunion abgel√∂st und konstituierten an ihrer Stelle die ¬ĽGemeinschaft Unabh√§ngiger Staaten¬ę (GUS). Im M√§rz 1992 wurde die Ukraine Mitglied der KSZE.
 
Nach dem Zerfall der Sowjetunion f√ľhrten die Frage der staatlichen Zugeh√∂rigkeit der Krim sowie die Aufteilung der sowjetischen Schwarzmeerflotte zu einem jahrelangen Streit zwischen der Ukraine und Russland; erst Ende Mai 1997 schlossen sie einen Grundlagenvertrag (Verzicht Russlands auf Territorialforderungen und Anerkennung der ukrainischen Unabh√§ngigkeit). Auch zu anderen Nachbarl√§ndern wurden die Beziehungen auf eine neue Grundlage gestellt (u. a. 1997 polnisch-ukrainische ¬ĽGemeinsame Deklaration √ľber Verst√§ndigung und Auss√∂hnung¬ę, Vertrag √ľber die ukrainisch-wei√ürussische Grenze sowie ein Grundlagenvertrag mit Rum√§nien). Als erstes Mitglied der GUS vereinbarte die Ukraine mit der EU am 14. 6. 1994 ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. Am 9. 11. 1995 wurde die Ukraine in den Europarat aufgenommen; zu ihrem l√§ngerfristigen Ziel erkl√§rte sie - auch angesichts einer zunehmend ineffektiven Kooperation in der GUS - eine k√ľnftige EU-Zugeh√∂rigkeit.
 
Ende Mai 2002 verk√ľndete der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine die Absicht des Landes, Mitglied der NATO zu werden; zugleich bat die Ukraine die EU um Pr√ľfung der M√∂glichkeiten zur Vertiefung der Zusammenarbeit (Streben nach einem Assoziierungsvertrag).
 
 
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Ukra|i|ne [auch: ...'krai...], die; -: Staat im S√ľdwesten Osteuropas.

Universal-Lexikon. 2012.

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